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Bitte nur lesen, wenn ihr den Film schon gesehen habt, oder es euch nichts ausmacht, wenn ihr im Vorhinein quasi die ganze Geschichte schon kennt.
Im Grunde ist es nicht schlimm, da es keine großartigen Wendungen oder ähnliches gibt.
Die mittlerweile gar nicht mehr kleine Alice hat ihren Besuch im Wunderland vor rund 13 Jahren schon lange vergessen. Lediglich im Traum begegnen ihr die wundersamen Charaktere immer wieder.
So kommt es, dass Alice gegen ihren Willen mit dem sonderbaren Hamish Ascot verlobt werden soll. Im Moment des Antrags sieht sie jedoch das Kaninchen in der Weste und mit der Taschenuhr, dass ihr auch in ihren Träumen immer wieder begegnet. Sie lässt Hamish somit vor versammelter Mannschaft im Regen stehen und folgt dem Kaninchen.
Dieses verschwindet in einem riesigen Kaninchenbau in das auch Alice ungeschickt hineinfällt.
Unten angekommen kommt zumindest dem geneigten Zuschauer alles sehr bekannt vor.
Ein Raum mit Türen, alle jedoch versperrt. Hinter einem Vorhang eine winzige Tür, auch versperrt. Auf dem Glastisch liegt plötzlich ein Schlüssel, er passt in die kleine Tür jedoch kommt Alice nicht hindurch.
Das “Trink mich” – “Iss mich” – Spielchen beginnt.
Auch den Wunderländlern kommt es seltsam vor, dass sich Alice an dieses Prozedere nicht mehr erinnern kann. Es wird ihr vorgeworfen sie sei die falsche Alice.
Bereits hier tauchen die ersten Mängel des Films auf und zwar die Proportionsfehler. Die normalgroße Alice hält besagten Schlüssel wie einen normalen Schlüssel in der Hand, auch die riesige Alice hält einen winzigen Schlüssel in der Hand. Jedoch hält die winzige Alice ebenfalls einen, für ihre Größe, normalgroßen Schlüssel.
Diese Proportionsfehler ziehen sich durch den gesamten Film.
Doch weiter in der Handlung.
Alice kommt also endlich in der richtigen Größe durch die Tür.
Begrüßt wird sie von einer Maus, dem weißen Hasen, einem Dodo und von den Zwillingen Diedeldei und Diedeldum (die ich großartig finde!).
Diese fünf streiten sich nun also darum ob sie denn diesesmal die richtige Alice gefunden haben. Doch warum lange diskutieren, wenn man auch den allwissenden Absolem befragen kann.
Also bringen sie Alice zu einer Raupe, die von dem grandiosen Alan Rickman gespielt wird.
Diese Raupe offenbahrt ihr, dass es nun an ihr liegt das Wunderland zu retten indem sie den Jabberwocky der roten Königin mit einem ganz bestimmten Schwert am Blumertag den Kopf abschlägt.
Alice kann dies alles nicht glauben und hält nach wie vor alles für einen Traum.
Doch bevor sie weiter zweifeln kann wird die Gruppe durch einen Angriff von Karten-Rittern der Armee der roten Königin getrennt. Angeführt wird diese von dem Herzbuben Ilosovic Stayne und dem Bandersnatch.
Diedeldei und Diedeldum werden zusammen mit dem weißen Kaninchen zur roten Königin gebracht.
Alice kann dank der Hilfe der Maus, die dem Bandersnatch ein Auge aussticht, entkommen.
Hier tritt der zweite gravierende Logikfehler auf, denn wo am Anfang noch ein Dodo die Truppe begleitete ist von ihm ab hier nie wieder die Rede.
Auf der Flucht stößt sie auf die (von mir heiß und innig geliebte) Grinsekatze.
Sie zweifelt nicht daran, dass es sich um die echte Alice handelt und führt sie zum (wie nicht anders erwartet, großartig gespielten) verrückten Hutmacher, der sie bereits sehnsüchtig erwartet.
Auch der noch viel verrücktere Märzhase (ebenfalls grandios) heißt sie hier willkommen.
Was mich am Hutmacher gestört hat ist zum einen sein Make-up, da es einfach viel zu sehr als Make-up zu erkennen war. Das fand ich einfach unpassend.
Zum anderen war es die Synchronisation. Ich bin mir sicher, dass David Natahn wieder sein Bestes gegeben hat und sie war auch nicht schlecht, aber wer die englischen Trailer kennt, weiß wie sehr Johnny Depp mit seiner Stimme gespielt hat und ich denke, dass man dies schwer umsetzen kann, wenn man nicht selbst spielt, sondern lediglich einspricht.
Und falls ich mich nicht gänzlich irre, hat der Leitsatz aus den deutschen wie aus den englischen Trailern komplett gefehlt.
“Some say to survive it, you need to be as mad as a hatter…which luckily…I am.”
“Es heißt um dort zu überleben, muss man verrückt sein, wie ein Hutmacher…glücklicherweise…bin ich das.”
Nur kurze Zeit später stört der Herzbube auch dieses Treffen doch der Bluthund Bayard, der mit dem Herzbuben eintrifft, verrät Alice Versteck in der Teekanne nicht, sodass sie kurz darauf fliehen können.
Hierzu sei zu sagen, dass besagter Bluthund der Herzkönigin nur dient, da diese seine Frau und Kinder gefangen hält.
Der Hutmacher und die geschrumpfte Alice machen sich auf den Weg zur weißen Königin, jedoch wird der Hutmacher gefangen genommen und zur Herzkönigin gebracht, woraufhin sich Alice alleine auf den Weg machen muss.
Doch bereits am nächsten Tag stößt der Bluthund auf sie und sie machen sich, entgegen der Prophezeiung auf den Weg den Hutmacher zu retten.
Durch eine Spalte in der Schlossmauer gelangt die geschrumpfte Alice in den Garten der Herzkönigin. Der weiße Hase entdeckt sie, gibt ihr den “Iss mich”-Kuchen zu essen woraufhin Alice größer als erwünscht wird.
Darauf wird die Königin natürlich aufmerksam. Alice gibt sich als “Em” aus “Empöringen” aus, durch ihre übermäßige Größe gewinnt sie die Sympathie der Königin und darf in ihrem Schloss hausen.
Hier trifft sie auf die Maus, die Zwillinge und natürlich den Hutmacher.
Die Maus gibt ihr, mehr oder weniger freiwillig, das Auge des Bandersnatch zurück, wodurch Alice an das Schwert gelangt mit dem sie den Jabberwocky erschlagen soll.
Der Hutmacher soll während dessen geköpft werden, doch die Grinsekatze rettet ihn und er kann entkommen.
Durch verschiedene Irrungen bekommt die Herzkönigin heraus, wer “Em” wirklich ist, doch Alice kann auf dem Bandersnatch ebenfalls entkommen.
NiMiDiMieBreRü!
Alice macht sich auf den Weg zur weißen Königin, die sie wieder auf Normalgröße schrumpft.
Kurze Zeit später treffen auch der verrückte Hutmacher, die Maus, die Zwillinge und der weiße Hase bei ihr ein.
Alice hat mitlerweile eingesehen, dass es sich nicht um einen Traum handelt, sondern viel mehr um eine Parallelwelt, sodass sie sich dazu entschließt, den Jabberwocky erschlagen zu wollen und Wunderland zu retten.
Am Blumertag also stehen sich die rote und die weiße Armee auf einem Schachbrett-ähnlichen Schlachtfeld gegenüber.
Als der Jabberwocky auftaucht beginnt Alice einen Zweikampf mit ihm.
Der Hutmacher mischt sich jedoch ein und beide Armeen beginnen gegeneinander zu kämpfen.
Alice gelingt es schließlich den Jabberwocky zu erschlagen und wie durch Zauberhand wird die Krone der roten Königin der weißen Königin überreicht.
Die weiße Königin verbannt die rote Königin, wie auch den Herzbuben, ins Exil.
Alice entschließt sich dazu Wunderland nun hinter sich zu lassen indem sie das Blut des Jabberwockys trinkt.
Wieder in der normalen Welt lehnt sie den Heiratsantrag ab und tritt in die Fußstapfen ihres verstorbenen Vaters und wird eine selbstbestimmte Geschäftsfrau.
Hier endet also der Film.
Ich bin insgesamt, als großer Burton-Fan, eher enttäuscht.
Man merkt dem Film einfach zu sehr an, dass es eine Auftragsarbeit für Disney war.
Es fehlt einfach das Markabere, das Düstere, dass Burton Filme sonst ausmacht.
Alleine die Köpfung des Jabberwocky war viel zu unblutig.
Ab der Hälfte des Filmes hatte ich auch den Eindruck als hätte Burton selbst keine rechte Lust mehr gehabt.
Der Humor stimm jedoch.
Aber noch ein ganz, ganz großes Mancko war die Musik.
Anfangs war es noch typische Elfman Musik, mit leichten Frauensängen, wilden Noten-Fahrten, doch gegen Ende wurde es immer mehr zur typischen 0815-Filmmusik, vor allem bei der Schlacht. Das hat mich wirklich sehr, sehr enttäsucht, denn ich finde Elfmans Musik macht Burton Filme erst zu dem was sie sind.
Trotz allem habe ich auch diesen Film lieben gelernt, denn es ist eben doch ein Burton, die verrückten Charaktere und der typische Humor machen so einiges wieder wett.
Dennoch kann ich keine volle Punktzahl geben, was so ansonsten glaub ich neben Ed Wood noch kein Burton Film geschafft hat.
Und ein P.S. noch an alle Eltern:
Bitte geht nicht mit euern Kindern in diesen Film, er ist nicht umsonst FSK 12.
Als ich ihm Kino war war ein kleines Mädchen, vielleicht 6 Jahre alt, drin und ich will nicht wissen, wie sehr es sich gefürchtet hat.
Bewertung: 



